Universal Design und Normen sind wertvoll für die Prüfung von Räumen und digitalen Diensten, berücksichtigen aber keine Emotionen. Im Gegensatz dazu verlegt Inklusives Design den Schwerpunkt auf den Prozess und stellt den Menschen mit seiner gesamten Vielfalt in den Mittelpunkt einer ganzheitlichen Designauffassung.
Genau hier setzt das Semesterprojekt und die begleitende Vortragsreihe „Touch Me: What Inclusive Design Can Do“ an: Sie hilft uns im Sinne eines Dialogs, menschliche Geschichten und Emotionen kennenzulernen – die Grundlage gelebter Erfahrung und der Beginn, inklusive Aspekte in Zukunft selbstverständlich bei gestalterischen Konzeptionen zu berücksichtigen.
Das Interdisziplinäre Projekt vereinte auf der einen Seite theoretisch-reflektierende und praktisch-forschende Fragestellungen zum Thema Inklusion von blinden und sehbehinderten Menschen. Auf der anderen Seite integrierte es ganz bewusst alle Design-Disziplinen, die im Fachbereich Gestaltung an der Hochschule Mainz gelehrt werden: Kommunikationsdesign, Innenarchitektur und Zeitbasierte Medien. Ziel war es, aus direkten sinnlichen Erfahrungen und theoretischem Input gestalterische Reflexionen anzustoßen, aus denen neue Ideen für inklusive Projekte entwickelt werden.
Zur Auftaktveranstaltung des interdisziplinären Semesterprojekts besuchten die Studierenden die Ausstellung „Dialog im Dunkeln“ im DIALOGMUSEUM Frankfurt, dem Kooperationspartner, um dann – nach einem kurzen Workshop – noch ein „Lunch in the Dark“ im Austausch mit den blinden und sehbehinderten Guides zu erleben. Am gleichen Abend startete die begleitende Vortragsreihe mit intensiven Gesprächen und Fachbeiträgen.
Die Vortragsreihe setzt auf Dialogvorträge und Gespräche zwischen verschiedenen Akteuren des Inklusiven Designs: Eine blinde Aktivistin und zwei Social Entrepreneurs, eine inklusive Szenografin und eine Kuratorin, eine Type-Designerin und eine Kinderbuchgestalterin, ein Interactive Designer, ein blinder Computerexperte und eine Museumsleiterin tauschen ihre Erfahrungen aus und diskutieren zentrale Fragen, aber auch Aufgaben und Herausforderungen des Inklusiven Designs. Im Mittelpunkt stehen Fragen um visuelle und nicht-visuelle Wahrnehmung.